Instagram, TikTok, Facebook, YouTube, LinkedIn: Was sich 2026 für Unternehmen geändert hat
Redaktion Clieni Media · · 4 Min. Lesezeit
Seit dem 3. September 2026 können Creator in Deutschland Produkte von zehn Händlern in YouTube-Videos markieren und daran verdienen. TikTok Shop läuft hierzulande schon seit März 2025 und zählte im März 2026 über 25.000 Verkäufer. Instagram, Facebook und LinkedIn haben 2026 ihre Empfehlungen umgebaut, und Meta bietet mit Meta One erstmals Abos mit Zusatzfunktionen für Unternehmen an.
Wie haben Instagram und Facebook ihre Algorithmen geändert?
Instagram empfiehlt seit dem 30. April 2026 keine Konten mehr, die regelmäßig fremde Inhalte als Fotos oder Karussells weiterverbreiten. Für Reels galt diese Regel schon vorher. Als original zählt, was selbst erstellt wurde oder fremdes Material deutlich bearbeitet. Ein Wasserzeichen, eine andere Abspielgeschwindigkeit oder ein Screenshot mit Namensnennung reichen nicht. Follower sehen die Beiträge solcher Konten weiterhin, nur die Empfehlungen entfallen.
Facebook hat am 13. Oktober 2026 „Your Algorithm“ vorgestellt. Nutzer können damit in eigenen Worten festlegen, welche Themen sie in Feed und Reels häufiger oder seltener sehen wollen. Die Empfehlungen passen sich laut Meta in Echtzeit an, möglich machen das große Sprachmodelle. Meta rollt die Funktion aus und nennt dabei keine Länder.
Was ist neu bei Werbung und bezahlten Funktionen?
Seit Juni 2026 öffnet Instagram die sogenannten Post-View-Ads in Reels für alle Werbetreibenden weltweit. Die Anzeige läuft direkt nach dem Ende eines organischen Reels, nach einem Countdown von fünf Sekunden, und lässt sich überspringen. Sie erscheint nur nach Reels, die länger als 60 Sekunden sind, und wird über die bestehenden Reels-Werbeoptionen gebucht.
Am 15. September 2026 hat Meta das Abo Meta One für Facebook, Instagram, WhatsApp und Meta AI vorgestellt. Für Unternehmen und Creator gibt es vier Stufen: Essential ab 14,99 $, Advanced ab 49,99 $, Expert ab 149 $ und Max ab 499 $ im Monat. Essential enthält unter anderem ein Verifizierungsabzeichen und Schutz vor Identitätsmissbrauch. Advanced bietet unter anderem Links in organischen Beiträgen und Reels, Stories-Planung bis 30 Tage im Voraus und exportierbare Statistiken.
Meta schreibt, die Tarife seien weltweit verfügbar. Funktionen, Preise und Verfügbarkeit können laut Meta aber je nach Region, App und Konto abweichen. Euro-Preise nennt Meta in der Ankündigung nicht. Welche Funktionen für ein Konto gelten, sehen Sie laut Meta, sobald Sie den Abschluss starten.
Was ändert sich auf LinkedIn?
LinkedIn hat am 12. März 2026 beschrieben, wie es den Feed neu aufbaut. Ein einziges KI-System auf Basis großer Sprachmodelle ersetzt mehrere bisherige Quellen für Beitragsvorschläge. Das neue Ranking wertet mehr als tausend frühere Interaktionen eines Mitglieds aus und soll besser verstehen, worum es in einem Beitrag geht. Ziel ist laut LinkedIn, wertvolle Inhalte auch von Personen zu zeigen, mit denen man nicht vernetzt ist.
Am 30. Juli 2026 hat LinkedIn laut TechCrunch einen Button „Seems like AI slop“ angekündigt, mit dem Nutzer Beiträge melden können, die nach KI-Text klingen. Neue Klassifikatoren sollen minderwertige KI-Inhalte in Vorschlägen von außerhalb des eigenen Netzwerks reduzieren. Die eigene KI-Schreibhilfe „Enhance your post“ ersetzt LinkedIn durch eine Korrekturfunktion, die den Text nicht umformuliert.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Die Neuerungen zeigen in eine Richtung: Eigene Inhalte und das Einkaufen direkt auf der Plattform werden wichtiger. Konkret heißt das:
- Händler: prüfen, ob TikTok Shop zum Sortiment passt. Für YouTube Shopping nennt YouTube in Deutschland bisher zehn Partnerhändler.
- Instagram: eigene Fotos, Videos und Grafiken posten, fremdes Material nur deutlich bearbeitet nutzen.
- LinkedIn: Beiträge mit echtem Fachwissen und in eigener Sprache schreiben.
- Werbung: Post-View-Ads als zusätzliche Platzierung in Reels-Kampagnen testen.
- Meta One: vor dem Abschluss im eigenen Konto prüfen, welche Funktionen und Preise tatsächlich gelten.
EinordnungMeinung der Redaktion
2026 rückt Social Media näher an die Kasse: Gekauft wird zunehmend direkt im Video. Gleichzeitig belohnen die großen Plattformen Originalität und gehen gegen Massenware vor, ob kopiert oder von KI geschrieben. Für Unternehmen ist das eher eine gute Nachricht, denn eigene Bilder und echtes Fachwissen lassen sich schlecht kopieren. Ob sich ein Meta-One-Abo lohnt, sollten Unternehmen anhand der im eigenen Konto angezeigten Preise nüchtern durchrechnen.
Häufige Fragen
Gibt es TikTok Shop in Deutschland?
Ja, seit März 2025. Laut TikTok waren im März 2026 über 25.000 Verkäufer aktiv. Der Shop ist nur für Personen ab 18 Jahren verfügbar.
Mit welchen Händlern startet YouTube Shopping in Deutschland?
Mit OTTO, MediaMarktSaturn, Kaufland, ABOUT YOU, Shop-Apotheke, Tchibo, Bonprix, Home24, Thalia und XXXLutz. Creator können deren Produkte seit dem 3. September 2026 in Videos markieren.
Was bietet Meta One für Unternehmen?
Meta One ist ein kostenpflichtiges Abo für Facebook, Instagram, WhatsApp und Meta AI. Für Unternehmen gibt es vier Stufen ab 14,99 $ im Monat, unter anderem mit Verifizierung und, ab Advanced, Links in organischen Beiträgen und Reels. Preise und Verfügbarkeit können laut Meta je nach Region abweichen.
Werden Repost-Konten auf Instagram noch empfohlen?
Nein. Seit dem 30. April 2026 empfiehlt Instagram Konten, die regelmäßig fremde Inhalte weiterverbreiten, auch bei Fotos und Karussells nicht mehr. Follower sehen die Beiträge weiterhin.
Quellen
- 01YouTube Blog: YouTube Shopping-Affiliate-Programm kommt nach Deutschland
- 02TikTok Newsroom: TikTok Shop wird 1 Jahr alt
- 03TechCrunch (EN): Instagram geht gegen Repost-Konten vor
- 04Meta Newsroom (EN): Your Algorithm auf Facebook
- 05Social Media Today (EN): Instagram öffnet Post-View-Ads in Reels für alle Werbetreibenden
- 06Meta Newsroom (EN): Meta One, das neue Abo mit mehr Funktionen und KI
- 07LinkedIn Engineering (EN): Die nächste Generation des LinkedIn-Feeds
- 08TechCrunch (EN): LinkedIn führt Meldebutton für KI-„Slop“ ein