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Google Ads 2026: Was sich für Werbetreibende in Deutschland ändert

Redaktion Clieni Media · · 4 Min. Lesezeit

Google stellt Suchkampagnen schrittweise auf AI Max um: Kampagnen mit automatisch erstellten Assets oder kampagnenweitem Broad Match sollen laut Google ab September 2026 automatisch umgestellt werden, Dynamische Suchanzeigen folgen ab Februar 2027. Neu sind außerdem Prioritäten und Budgetgrenzen je Kanal. Anzeigen direkt in KI-Übersichten und im KI-Modus gibt es in Deutschland dagegen noch nicht.

Was ändert sich mit AI Max für Suchkampagnen?

AI Max ist eine Einstellung für Suchkampagnen und bündelt drei Funktionen: Suchbegriffsabgleich („search term matching“), Textanpassung („text customization“) und Erweiterung der finalen URL („final URL expansion“). Dazu kommen Steuerungen für Marken und Standorte sowie Textrichtlinien.

Im April 2026 hat Google angekündigt, ältere Funktionen in AI Max zu überführen. Nach einer Aktualisierung vom 11. Juni 2026 gilt dieser Zeitplan:

  • Ab September 2026: Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets. AI Max startet mit Suchbegriffsabgleich und Textanpassung.
  • Ab September 2026: Suchkampagnen mit der kampagnenweiten Einstellung für Broad Match. AI Max startet mit Suchbegriffsabgleich.
  • Ab Februar 2027: Dynamische Suchanzeigen. AI Max startet mit allen drei Funktionen, die bisherigen URL-Steuerungen bleiben erhalten.

Was bringen die neuen Kanal-Prioritäten?

Am 14. Oktober 2026 hat Google neue Steuerungen für Such-, Shopping-, Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen angekündigt. Werbetreibende können Kanäle als hoch oder niedrig priorisieren. Hoch priorisierte Kanäle bekommen das Budget zuerst.

Bei Suchkampagnen lassen sich Google Suche, Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk einzeln einstufen. Bei Performance Max und Demand Gen gelten Googles eigene Flächen wie Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover als eine Gruppe. Für niedrig priorisierte Kanäle lässt sich ein Höchstanteil am Tagesbudget festlegen. Google will diese Grenze nach Möglichkeit einhalten („best effort“).

Die Funktionen sollen in den kommenden Monaten weltweit ausgerollt werden. Wichtig für Suchkampagnen mit aktiviertem Displaynetzwerk: Ab Februar 2027 entfällt die bisherige Budgetverteilung. Wer das bisherige Verhalten beibehalten will, stellt laut Google das Displaynetzwerk auf „niedrige Priorität“ mit 50 Prozent Budgetanteil.

Gibt es Anzeigen in KI-Übersichten und im KI-Modus in Deutschland?

Die KI-Übersichten („Übersicht mit KI“) gibt es in Deutschland seit März 2025 auf Deutsch und Englisch. Anzeigen können laut Google in allen über 200 Märkten mit KI-Übersichten darüber oder darunter erscheinen. Infrage kommen bestehende Anzeigen aus Such-, Shopping-, Performance-Max- und App-Kampagnen.

Anzeigen direkt in der KI-Übersicht zeigt Google nur auf Englisch und nur in zwölf Ländern: Australien, Indien, Indonesien, Kanada, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Singapur und USA. Deutschland gehört nicht dazu. Gezielt buchen oder ausschließen lässt sich diese Platzierung nicht. Sensible Branchen wie Alkohol, Glücksspiel, Finanzen oder Gesundheit sind ausgenommen.

Für den KI-Modus hat Google am 20. Mai 2026 zwei Testformate vorgestellt: „Conversational Discovery Ads“ beantworten eine konkrete Frage, „Highlighted Answers“ erscheinen in Empfehlungslisten des KI-Modus. Beide sind als „Gesponsert“ gekennzeichnet. KI-gestützte Shopping-Anzeigen und einen Verkaufsassistenten für Leads hat Google für die kommenden Monate angekündigt. Länder nennt Google für keines dieser Formate.

Was gilt auf Deutsch und in der EU?

Mit AI Brief geben Werbetreibende AI Max in eigenen Worten Hinweise zu Unternehmen, Zielgruppe und Kernbotschaften. Seit dem 23. September 2026 läuft die geschlossene Beta auch auf Deutsch, außerdem auf Niederländisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch. Eine geschlossene Beta steht nicht allen Konten offen. Einen gemeinsamen Bericht, der Suchbegriffe, gezeigte Assets und Zielseiten zusammenführt, hat Google für „später in diesem Jahr“ angekündigt.

Seit Juli 2026 erlaubt Google, KI-Kennzeichnungen direkt in Bild- und Videoanzeigen einzubauen, ohne dass das gegen die Regeln zu Textüberlagerungen und Wasserzeichen verstößt. Google begründet das ausdrücklich mit KI-Vorschriften in der EU, in Indien und in New York. Assets aus Googles eigenen KI-Werkzeugen kann Google Ads automatisch kennzeichnen. Die neue KI-Label-Einstellung wurde im Juli schrittweise in Google Ads, Display & Video 360, Campaign Manager 360, Merchant Center und Ads Editor eingeführt. Google weist darauf hin, dass sie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben nicht garantiert.

Was bedeutet das für Werbetreibende?

Für die meisten Konten zählen zwei Termine: September 2026 und Februar 2027. Diese Schritte helfen bei der Vorbereitung:

  • Prüfen Sie, welche Suchkampagnen automatisch erstellte Assets oder die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung nutzen. Sehen Sie sich nach der Umstellung Suchbegriffe, Anzeigentexte und Zielseiten an.
  • Legen Sie in AI Max Marken- und Standortsteuerung sowie Textrichtlinien fest, wenn bestimmte Begriffe oder Aussagen nicht in Ihren Anzeigen erscheinen sollen.
  • Planen Sie die Umstellung Dynamischer Suchanzeigen vor Februar 2027. Google empfiehlt, freiwillig vorher umzustellen.
  • Nutzen Sie Suchkampagnen mit Displaynetzwerk, entscheiden Sie bis Februar 2027, welche Priorität und welchen Budgetanteil das Displaynetzwerk bekommen soll.
  • Kennzeichnen Sie KI-erstellte Bilder und Videos über die KI-Label-Einstellung und klären Sie die rechtlichen Anforderungen gesondert.
  • Für Anzeigen in KI-Übersichten gibt es nichts zu buchen. Als Grundlage für die neuen KI-Formate nennt Google AI Max und Performance Max.

EinordnungMeinung der Redaktion

Google baut die Suchkampagne 2026 erkennbar um: weniger Einzelregeln, mehr Automatik, dafür neue Leitplanken wie Markensteuerung, Textrichtlinien und Kanal-Prioritäten. Für kleine Konten ist das kein Grund zur Unruhe, aber ein Grund, die Suchbegriffe nach der Umstellung genauer anzusehen als bisher. Die viel diskutierten Anzeigen in KI-Antworten spielen in Deutschland vorerst keine Rolle.

Häufige Fragen

Wird meine Suchkampagne automatisch auf AI Max umgestellt?

Wenn sie automatisch erstellte Assets oder die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung nutzt, ja, ab September 2026. Dynamische Suchanzeigen folgen ab Februar 2027. Google übernimmt dabei laut eigener Aussage die bisherigen Einstellungen.

Erscheinen meine Anzeigen in Deutschland in den KI-Übersichten?

Darüber oder darunter ja, wenn Ihre Kampagne dafür infrage kommt. Direkt in der Übersicht nicht: Das gibt es nur auf Englisch in zwölf Ländern, Deutschland gehört nicht dazu.

Gibt es AI Brief auf Deutsch?

Ja, seit dem 23. September 2026 als geschlossene Beta. Sie steht nicht allen Konten offen.

Was ändert sich im Februar 2027 beim Displaynetzwerk in Suchkampagnen?

Die bisherige Budgetverteilung entfällt. Wer sie beibehalten will, stellt das Displaynetzwerk laut Google auf niedrige Priorität mit 50 Prozent Budgetanteil.

Quellen

  1. 01Google Blog (EN): Dynamische Suchanzeigen werden zu AI Max
  2. 02Google Blog (EN): Kanal-Prioritäten und Budgetsteuerung
  3. 03Google Blog (EN): AI Brief in weiteren Sprachen, neuer AI-Max-Bericht
  4. 04Google Blog: Eine neue Generation von Anzeigen für die KI-Ära der Google Suche
  5. 05Google Ads-Hilfe (EN): Anzeigen und KI-Übersichten
  6. 06Google Blog: Übersicht mit KI startet in Deutschland
  7. 07Google Werberichtlinien-Hilfe (EN): Änderungen bei KI-Kennzeichnungen (Juli 2026)