Zum Inhalt springen

Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: die Schritte vor und nach dem Livegang

Redaktion Clieni Media · · 6 Min. Lesezeit

Ein Relaunch ohne Ranking-Verlust gelingt, wenn jede alte Adresse entweder erhalten bleibt oder per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite zeigt, und wenn Inhalte, Seitentitel und strukturierte Daten, die bisher gut ranken, übernommen werden. Vor dem Livegang sichern Sie alle alten URLs und erstellen einen Weiterleitungsplan, danach prüfen Sie Search Console, 404-Fehler und Ladezeiten über mehrere Wochen.

Warum verlieren Websites nach einem Relaunch Rankings?

Google kennt Ihre Website nicht als Ganzes, sondern als Sammlung einzelner Adressen. Jede Adresse hat ihre eigene Geschichte: Suchbegriffe, für die sie erscheint, Links von anderen Websites, die auf sie zeigen, und Signale, die sich über Jahre gesammelt haben. Wenn eine neue Website diese Adressen ändert oder löscht, ohne Google mitzuteilen, wo die Inhalte jetzt stehen, beginnt jede neue Seite praktisch bei null.

Die häufigsten Ursachen sind deshalb keine Designfragen, sondern technische Details: geänderte URLs ohne Weiterleitung, gelöschte Seiten, die bisher Besucher gebracht haben, neue Seitentitel, die den wichtigsten Suchbegriff nicht mehr enthalten, oder eine Testumgebung, deren Sperre für Suchmaschinen beim Livegang mit übernommen wurde. All das lässt sich mit einem sauberen Plan vermeiden. Kurze Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, ein dauerhafter Einbruch ist es nicht.

Schritt 1: Alte URLs crawlen und exportieren

Bevor irgendetwas umgebaut wird, brauchen Sie eine vollständige Liste aller Adressen der bisherigen Website. Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere. Verlassen Sie sich nicht auf eine einzige Quelle, denn jede zeigt nur einen Ausschnitt.

  • Crawl der alten Website mit einem SEO-Crawler: alle erreichbaren Seiten, Bilder und PDFs mit Statuscode, Seitentitel, Meta-Beschreibung und H1.
  • Die bestehende sitemap.xml: enthält oft Seiten, die intern kaum noch verlinkt sind.
  • Google Search Console, Bericht „Leistung“: Export der Seiten mit Klicks und Impressionen der letzten zwölf Monate. Das sind die Seiten, die Sie auf keinen Fall verlieren dürfen.
  • Seiten mit externen Links: Adressen, auf die andere Websites verweisen, etwa aus dem Bericht „Links“ in der Search Console.
  • Ihr Analyse-Werkzeug: Einstiegsseiten mit nennenswerten Besuchen, auch aus anderen Kanälen wie Newslettern oder Anzeigen.

Schritt 2: URLs behalten oder sauber zuordnen

Die einfachste Weiterleitung ist die, die Sie nicht brauchen. Wenn eine alte Adresse sinnvoll ist, etwa /leistungen/badsanierung, behalten Sie sie einfach. Ändern Sie Adressen nur dort, wo es einen echten Grund gibt: unlesbare Parameter wie /seite?id=12, Dateiendungen wie .html oder .php, eine neue Sprachstruktur oder eine geänderte Seitenaufteilung.

Für jede Adresse, die sich ändert, legen Sie in einer Tabelle fest, wohin sie künftig zeigt. Die Regel lautet: auf die inhaltlich passendste neue Seite, nicht pauschal auf die Startseite. Wer eine alte Leistungsseite auf die Startseite umleitet, verschenkt die Signale dieser Seite. Gibt es für eine alte Seite wirklich keinen Nachfolger, ist ein ehrlicher 404- oder 410-Status besser als eine unpassende Weiterleitung.

Aus dieser Tabelle entsteht die Weiterleitungsliste. Eine 301-Weiterleitung sagt Suchmaschinen: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen. In Next.js setzen Sie das in der Konfiguration um. Mit permanent: true antwortet Next.js mit dem Statuscode 308, der ebenfalls eine dauerhafte Weiterleitung ist und von Google wie ein 301 behandelt wird.

// next.config.js
module.exports = {
  async redirects() {
    return [
      {
        source: "/leistungen.html",
        destination: "/leistungen",
        permanent: true,
      },
      {
        source: "/index.php/kontakt",
        destination: "/kontakt",
        permanent: true,
      },
    ];
  },
};

Schritt 3: Inhalte, Titel und strukturierte Daten übernehmen

Ein Relaunch ist oft der Moment, in dem Texte gekürzt und Seiten zusammengelegt werden. Das kann sinnvoll sein, birgt aber das größte Risiko. Seiten, die laut Search Console Klicks bringen, sollten ihren Kern behalten: das Thema, die wichtigsten Suchbegriffe, die Antworten auf die Fragen Ihrer Kunden. Verbessern Sie diese Seiten, statt sie neu zu erfinden.

Gleiches gilt für Seitentitel und Meta-Beschreibungen. Übernehmen Sie Titel, die gut funktionieren, und passen Sie sie nur behutsam an. Prüfen Sie außerdem die Grundstruktur jeder Seite. In unserer Studie „KI-Sichtbarkeit Berliner Unternehmen 2026“ mit 579 Berliner Unternehmenswebsites hatten nur 47,8 % genau eine H1-Überschrift und 66,1 % eine Meta-Beschreibung. Ein Relaunch ist die beste Gelegenheit, das auf jeder Seite richtig zu machen.

Vergessen Sie die strukturierten Daten nicht. Wenn die alte Website JSON-LD mit Firmenname, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten hatte, muss die neue es auch haben, idealerweise vollständiger. Laut unserer Studie hatten 57,5 % der geprüften Websites gar keine strukturierten Daten, und nur 10,4 % hatten Adresse und Telefon darin hinterlegt. Wer beim Relaunch nachrüstet, hat danach eine bessere Grundlage für Google und KI-Assistenten als vorher.

Schritt 5: Nach dem Livegang Search Console, 404-Fehler und Ladezeit überwachen

Am Tag des Livegangs reichen Sie die neue Sitemap in der Google Search Console ein und prüfen einige wichtige Seiten mit der URL-Prüfung. Haben Sie auch die Domain gewechselt, nutzen Sie zusätzlich das Werkzeug zur Adressänderung in der Search Console. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Beobachten Sie in den folgenden Wochen regelmäßig die Berichte zur Indexierung und zur Leistung.

Neue 404-Fehler sind das wichtigste Warnsignal. Sie zeigen Adressen, die in der Weiterleitungsliste fehlen, etwa alte PDFs, Bildpfade oder Seiten, die nur über externe Links aufgerufen wurden. Ergänzen Sie fehlende Weiterleitungen zeitnah. Lassen Sie die Weiterleitungen außerdem dauerhaft bestehen, mindestens aber so lange, bis Google die neuen Adressen vollständig übernommen hat und keine nennenswerten Aufrufe der alten Adressen mehr kommen.

Achten Sie auch auf die Ladezeit. Eine neue Website mit großen Bildern, Videos im Kopfbereich oder vielen Skripten kann deutlich langsamer sein als die alte. Prüfen Sie die Core Web Vitals für die wichtigsten Seitentypen auf dem Handy, sowohl mit PageSpeed Insights als auch im entsprechenden Bericht der Search Console, sobald genügend Daten vorliegen.

Checkliste für Ihren Relaunch

Ein Relaunch ist eine Chance, Struktur, Inhalte und Technik gleichzeitig zu verbessern. Mit dieser Reihenfolge behalten Sie die Kontrolle: Bestand sichern, Weiterleitungen planen, Bewährtes übernehmen, technisch prüfen, nach dem Livegang beobachten. Wer diese Schritte ernst nimmt, startet mit der neuen Website nicht bei null, sondern auf dem bisherigen Stand und mit besseren Grundlagen.

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre aktuelle Website vor einem Relaunch steht, etwa bei Seitentiteln, Überschriften, strukturierten Daten und Ladezeit, zeigt der kostenlose Website-Check unter Website-Check die wichtigsten Punkte in wenigen Minuten.

Häufige Fragen

Verliert man bei einem Relaunch immer Rankings?

Nein. Kurze Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Wenn alle alten Adressen erhalten bleiben oder sauber weitergeleitet werden und bewährte Inhalte übernommen werden, ist ein dauerhafter Verlust vermeidbar.

Was ist der Unterschied zwischen einer 301- und einer 308-Weiterleitung?

Beide sind dauerhafte Weiterleitungen. Bei 308 bleibt zusätzlich die Anfragemethode erhalten. Google behandelt beide gleich, Next.js verwendet bei permanent: true den Statuscode 308.

Wie lange sollten Weiterleitungen bestehen bleiben?

Am besten dauerhaft. Mindestens so lange, bis Google die neuen Adressen vollständig übernommen hat und die alten Adressen keine nennenswerten Aufrufe mehr bekommen, auch über externe Links.

Darf ich alte Seiten einfach auf die Startseite weiterleiten?

Besser nicht. Leiten Sie jede alte Adresse auf die inhaltlich passendste neue Seite weiter. Gibt es keinen Nachfolger, ist ein 404- oder 410-Status ehrlicher als eine pauschale Weiterleitung auf die Startseite.

Kostenlos · unter einer Minute

Wie sichtbar ist Ihre Website?

18 Prüfpunkte zu Technik, Google und KI-Assistenten. Ohne Anmeldung.